Im Oberdöbling des 18. Jahrhunderts wurden zahlreiche Sommerresidenzen für den Adel und das gehobene Bürgertum errichtet und inmitten ließ ein Wiener Bürger namens Ferdinand Zögernitz anno 1837 eine Residenz im Biedermeierstil auf ehemaligem kaiserlichen Besitz erbauen. Das alte Casino Zögernitz wurde am 21. Juni des Jahres 1837 eröffnet und avancierte fortan mit seinem "reich dekorierten Saal“ und wunderschönem Garten zum beliebten Treffpunkt der besten Wiener Gesellschaft.
In seiner langjährigen Geschichte musste das Casino die unterschiedlichsten Wandlungen durchmachen. Hotelbetrieb, Kaffee- und Gasthaus zugleich mit einem repräsentativen Festsaal, der sich für Bälle besonders eignete, war diese Vergnügungsstätte nicht allein der Versammlungsort der gehobenen Klasse, sondern auch der Boden für echte Wiener Gemütlichkeit. Unser Altmeister Johann Strauß (Vater) wirkte bei der Eröffnung und während der ganzen Sommersaison 1837 hier als Hauskapellmeister und spielte den Wienern seine Eigenkompositionen auf. Mehrere Erstaufführungen fanden in dem einzigen in Wien noch bestehenden Straußsaal statt. Josef Lanner wohnte im ersten Stock des Hauses und konzertierte hier mehrere Jahre. Auch Johann Strauß Sohn wurde ab 1846 von Ferdinand Zögernitz oftmals engagiert.
Im Sommer1850 veranstaltete Johann Strauß "zu seinem Benefice" im Casino Zögernitz ein großes Wiener Volksfest mit einem glänzenden Ball, imposanter Illumination und Feuerwerk. Wie er es von seinem Vater gelernt hatte, gab er diesem Fest auch einen auftrumpfenden Titel: "Prunkszene aus der Residenz". Für den Ball versprach der junge Strauß als Attraktion einen neuen Walzer: "Johannis-Käferln". Es ist durchaus möglich, daß die Gäste auch echte "Johannis-Käferln" zu sehen bekamen, denn so nennt man in Wien die Glühwürmchen, und diese sind in freundlichen Sommernächten gerade im Raum Döbling sehr oft und zahlreich zu sehen. Der neue Walzer wurde beim Ball im Casino Zögernitz vorgeführt und löste enorme Begeisterung bei den Zeitgenossen aus. Die "Johannis-Käferln" gehören auch in unseren Tagen zu den bekanntesten Stücken des Walzerkönigs.
In den folgenden Jahren nach 1868 bestritten Volkssänger und Komiker, wie Pepi Steidler, Luise Montag, Josefine Schmär und der „Alte Drahrer“ Guschelbauer das Unterhaltungsprogramm.
Der Straußsaal war auch ab 1880 der Ort für zahlreiche Konzerte der Brüder Johann und Eduard Strauß sowie vom damaligen Hauskapellmeister Fahrbach.
Von 1870—1903 war an Stelle des später neuerrichteten Speisegartens die Endstation und Remise der Pferdetramway. Erst nach der Elektrisierung der Straßenbahn wurde die Endstation auf die Hohe Warte verlegt.
1913 übernahm das Gastronomen-Ehepaar Alfred und Maria Stegbauer das Casino und richteten ab 1920 für mehrere Jahre ein Freiluftkino im Garten ein. Da das Casino im Zuge des ersten Weltkrieges schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde, entschlossen sie sich 1926, einem vielfach geäußerten Wunsch, insbesondere der Döblinger Bevölkerung, Rechnung tragend, Neubauten auszuführen. In etwas modernisiertem Altwiener Stil wurde der Neubau dem alten Casino angepasst.
Ab Mai 1945 feierten hier bis zu 600 sowjetische Soldaten ihren Sieg durch Apelle und Gartenfeste. Nach der 4-Zonenteilung Wiens veranstalteten die Amerikaner im Casino ausgelassene Triumphfeiern.
Nach dem Abzug der ausländischen Besatzungsmächte wurde das Casino Zögernitz zu neuem Leben erweckt. Der Wiener Fasching, Bälle, Kränzchen, Sommerfeste, Versammlungen politischer Parteien, Theater- und Opernaufführungen kehrten wieder ein.
1950 wurde das anschliessende Hotel, wo Künstler wie Marcel Prawy, Helge Rosvaenge, Walter Wallner etc. logierten, errichtet.
Im Straußsaal fanden seit 1967 grosse Schallplattenaufnahmen von alter und klassischer Musik statt. Nikolaus Harnoncourt wirkte hier mit seinem „Concentus Musicus“ und viele bekannte Opersänger sowie Chöre beehrten das Haus.
Seit 1976 gehörte das Casino Zögernitz der Rudolf Stegbauer KG. Nach dem Tode von Rudolf Stegbauer ging die Liegenschaft an seine beiden Schwestern, die vor einigen Jahren verstarben. Sie vermachten das Casino Zögernitz der Erzdiözese Wien.
Seit Februar 2008 ist das Casino Zögernitz durch das Bundesdenkmalamt unter Denkmalschutz gestellt. Im Juli 2009 wurde das Casino Zögernitz in "Residenz Zögernitz" umbenannt und steht bis 31. Dezember 2011 für Saalvermietungen zur Verfügung. Nach einer Generalsanierung wird der Straußsaal in ein Tonstudio umfunktioniert und steht nach der Fertigstellung zu einem wesentlichen Anteil für Orchesteraufnahmen zur Verfügung.